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Am 29. November wählen die Ulmer ihren neuen Oberbürgermeister. 2000 Jugendliche ab 16 Jahren dürfen zum ersten Mal ihre Stimme abgeben - so auch wir, die Mitglieder des Ulmer Jugendparlaments. Um uns und euch die Wahl etwas zu erleichtern, haben wir eine Woche lang Kandidaten interviewt, Leute befragt und Infos gesammelt. 


Viel Spaß beim Durchklicken!

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Der Oberbürgermeister ist so eine Art König, der über eine Stadt regiert. Er wird zwar gewählt, aber dann kann er bestimmen, was gemacht wird. Ihm sind drei weitere Bürgermeister unterstellt, die sich um die Stadtteile kümmern. Aber eigentlich ist es eh egal, wen du wählst - das ändert sowieso nichts.

Wenn du das wirklich glaubst, solltest du dringend weiterlesen.

Und auch allen anderen kann es sicher nicht schaden, sich vor der Wahl noch mal in Erinnerung zu rufen, um welches Amt es da eigentlich geht.


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Der Oberbürgermeister einer Stadt hat mehrere Funktionen. Zum einen ist er der Chef der Stadtverwaltung - das sind in Ulm etwa 2000 Mitarbeiter. Für jede Entscheidung, die die Verwaltung fällt, steht also letztlich der OB gerade. Außerdem sitzt der Oberbürgermeister in den Verwaltungsräten der städtischen Tochterfirmen (z.B. SWU, EBU, UWS). Natürlich hat der Oberbürgermeister auch eine wichtige politische Funktion: Er ist der Vorsitzende des Gemeinderats, der in Ulm 40 Mitglieder umfasst. Der OB wird für acht Jahre gewählt und ist ein sogenannter Wahl-Beamter: der Beamtenstatus gilt nur für seine Amtszeit.

"Er kann die Verwaltung damit beauftragen, Projekte auf den Weg zu bringen und Pläne zu entwickeln", erklärt die stellvertretende Lokal-Chefin der SÜDWEST PRESSE, Chirin Kolb. "Die Ergebnisse präsentiert er dann im Gemeinderat und hat dadurch natürlich einen gewissen Vorsprung." Wenn bei einer Abstimmung im Gemeinderat Stimmengleichheit herrscht, entscheidet die Stimme des OB. Das, sagt Ivo Gönner, sei aber noch nie vorgekommen.




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Die Aufgaben, die in größeren Städten wie Ulm anfallen, sind für einen alleine einfach zu viel. Deshalb werden dem Oberbürgermeister in Städten, die größer sind als 20.000 Einwohner, noch weitere Bürgermeister für verschiedene Bereiche zur Seite gestellt. In Ulm sind das Iris Mann (Kultur, Sport, Bildung), Tim von Winning (Stadtentwicklung, Bau, Umweltschutz) und Gunther Czisch (Finanzen). Czisch ist außerdem der offizielle Vertreter von OB Ivo Gönner und kandidiert dieses Jahr als sein Nachfolger.

Diese Fach-Bürgermeister werden vom Gemeinderat gewählt, den OB wählen die Bürger. Die Bürgermeister-Stellen werden ganz normal ausgeschrieben, und jeder kann sich darauf bewerben. Meistens tun das Leute aus der Verwaltung.

In kleineren Städten gibt es  übrigens nur einen Bürgermeister - ohne "Ober".






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In Ulm sind etwa 92.000 Menschen wahlberechtigt. 2000 von ihnen sind zwischen 16 und 18 Jahre alt und dürfen bei der OB-Wahl zum ersten Mal ihre Stimme abgeben. "Gerade die Kommunalwahl ist für Jugendliche sehr interessant", sagt Chirin Kolb von der SÜDWEST PRESSE. "Da geht es nicht unbedingt um die ganz großen politischen Themen, aber um alles, was Jugendliche in ihrem täglichen Leben betrifft - vom Jugendtreff über Konzerte bis hin zur Ausstattung der Schulen."

Seit 2014 dürfen in Baden-Württemberg bereits 
16-Jährige an Kommunal- und Bürgermeister-Wahlen teilnehmen. Die Wahlbeteiligung der 16- und 17-Jährigen bei der Gemeinderatswahl im vergangenen Jahr lag in Ulm bei 52,4 Prozent - das ist deutlich mehr als in den meisten anderen Städten.






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Von jeder zweiten Laterne lächeln sie freundlich zu uns herunter, die Ampelmasten sind voll mit ihren Plakaten. Wer aber sind diese Leute, die Ulms neues Stadtoberhaupt werden wollen?

Wir haben die Kandidaten getroffen. Die Orte für die Interviews haben die vier selbst ausgesucht. Die Begründungen bekommt ihr in Video-Form, ebenso wie die Antworten auf die Frage: "Was wollen Sie für Jugendliche tun?"

Und dass sogar Politiker mal jung waren, beweisen unsere exklusiven Vorher-Nachher-Bilder!



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"Haben wir noch Zeit für einen Kaffee?" Entspannt lächelnd legt Martin Rivoir seinen Mantel über ein Sofa. Der 55-jährige SPD-Politiker sitzt seit 26 Jahren im Ulmer Gemeinderat, seit 14 Jahren im Landtag und heute für uns in der Einstein-Boulderhalle. Das Interview hier abzuhalten, war seine Idee. In seiner Tasse rührend erzählt er über das letzte Wochenende, das er mit seiner Tochter hier verbracht hat. Die beiden haben sich beim Public Viewing mit anderen Sportbegeisterten spektakuläre Mountainbike-Stunts angesehen.

Rivoir antwortet sofort und direkt auf alle Fragen, gibt sich Mühe, offen zu sein. Für ihn ist es wichtig, dass der Wahlkampf nicht nur auf politischen Ansichten sondern auch auf seiner Person basiert. Rivoir ist im SSV, im DAV, im Freundeskreis Ulmer Zelt – ein echter Ulmer halt. Auf die Frage, welches Thema ihm wirklich wichtig ist, antwortet Rivoir, dass er sich vor allem für den Wohnungsbau in Ulm einsetzten möchte.

Bouldern ist eigentlich nicht sein Fall, verrät er uns beim Abschied mit einem Zwinkern: "Ich entspanne lieber auf einer Berghütte und überlasse das Klettern meiner jüngsten Tochter."


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Bevor es losgeht, noch schnell die Fakten:

Alter: 55 Jahre
Geburtsort: Ulm
Familienstand: in einer Partnerschaft lebend, zwei Töchter
Partei: SPD
Beruf: Ingenieur
Politische Themen: Wohnungsmarkt, Infrastruktur/Mobilität

Internet:
Offizielle Homepage
Offizielle Facebook Seite "Martin Rivoir" 
Twitter-Account  
Blog


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Seit seinem sechszehnten Lebensjahr arbeitet Gunter Czisch (CDU) jetzt schon in der Stadtverwaltung – und das merkt man. Zur Zeit ist der inzwischen 52-Jährige Finanzbürgermeister unter Ivo Gönner, er kennt die Stadt und ihre Themen, er behauptet, dass er der einzige Kandidat sei, der sich wirklich mit der Materie auskennt.

Czisch, das fällt uns schnell auf, ist distanzierter als die anderen Kandidaten. Als er den Club Schilli betritt, geht er direkt zu dem Punkt, an dem wir unser Interview drehen wollen, möchte vorab unsere Fragen sehen und dreht unseren Fragensteller Aaron für die Kamera zurecht. Czisch hat gerne die Kontrolle.

Den Club hat Czisch ausgewählt, weil er öfter hier sei und weil sein Sohn hier arbeite. Über den redet er generell gerne. Seine beiden Söhne und seine Musik (Czisch ist Schlagzeuger der Band „United Urban Jazzcats“) sind die Themen, mit denen er die Jugend überzeugen möchte. Mehr Privates will er nicht erzählen und lieber direkt mit dem Interview beginnen. Dann mal los.

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Bevor es losgeht, noch schnell die Fakten:

Alter: 52
Beruf: Diplom-Verwaltungswirt/erster Bürgermeister von Ulm
Geburtsort: Dietenheim
Familienstand: Ehefrau Sigrid, zwei Söhne
Partei: CDU
Politische Themen: Imobilienmarkt, Finanzen, Bauprojekte

Internet: 
Offizielle Homepage
Privater Facebook-Account
Offizielle Facebook-Seite zur Wahl "Gunter Czisch 2015"

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Birgit Schäfer-Oelmayer sieht in Wirklichkeit ganz anders aus als auf den Wahlplakaten: ein bisschen älter, weniger geschminkt, aber auch sympathischer. Beinahe erkennen wir sie nicht, als die 53-Jährige Gemeinderätin der Grünen in der Reithalle ankommt.

Auch eine gebrochene Schulter hindert Schäfer-Oelmayer nicht daran, sich zu einem Sitzplatz auf der Halfpipe hochzuarbeiten – zum Glück hat sie sich für ein legeres Outfit (Jeans, T-Shirt, Weste, feste Schuhe) entschieden.

Schäfer-Oelmayer ist mehr so der mütterliche Typ. Da passt es gut, dass sie direkt von ihren sechs Kindern erzählt. Mit denen habe sie immer alle Hände voll zu tun gehabt, deshalb wisse sie jetzt, wie man sich durchsetzt, was sie in ihren zehn Jahren als Gemeinderätin und den sechs Jahren als Fraktionssprecherin der Grünen im Gemeinderat auch gut gebrauchen konnte. Als wir sie fragen, ob sie sich manchmal wünscht, wieder in ihren alten Beruf als Buchhändlerin zurückzukehren, antwortet sie nur: „Ich mache leidenschaftlich gerne Politik.“ 

Einer ihrer Schwerpunkte ist die regionale Ernährung, weshalb sie den Verein „Ulm isst gut“ gegründet hat. Andere Schwerpunkte sind eben die Grünen-typischen: Energie-, Umwelt- und Klimaschutzpolitik.




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Bevor es losgeht, noch schnell die Fakten:

Alter: 53                
Beruf: Buchhändlerin
Geburtsort: Jungingen
Partei: Bündnis 90/Die Grünen
Familienstand: Verheiratet und Mutter von sechs Kindern
Politische Themen: Energie-, Umwelt- und Klimaschutzpolitik, regionale Ernährung

Internet:
Facebook-Account

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Anja Hirschel ist schlagfertig in vielerlei Hinsicht: sie ist nicht nur begeistert vom japanischen Kampfsport Nindo, sondern antwortet auch spontan und offen auf jede unserer Fragen. Wir treffen uns mit ihr im VFL-Turmstudio, wo sie mit ihrer Gruppe regelmäßig trainiert.

Die 32-Jährige Piratin hat deutlich weniger Erfahrung als die anderen Kandidaten aber das merkt man ihr kaum an. „Mir geht es nicht um das Amt, mir geht es darum etwas zu bewegen“, sagt sie. Und außerdem sei ein "unverstellter Blick von außen" wichtig, um Dinge verändern zu können.

Auch ihre Themen unterscheiden sich von denen der anderen Kandidaten. Familien- und Bildungspolitik, Datenschutz und Freifunk in Ulm sind ihr nicht nur wichtig, sie kann sie auch so vortragen, dass man ihr zuhören kann und will.

Anjas Fachgebiet sind digitale Themen, schließlich hat sie Informatik und Medizinische Dokumentation studiert und arbeitet nun als IT-Support. Da passt es auch, dass sie Landesdatenschutzbeauftragte ihrer Partei ist. 




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Bevor es losgeht, noch schnell die Fakten:

Alter:32
Beruf: IT-Supporter
Geburtsort: Ehingen
Familienstand: Verheiratet
Partei: Die Piraten
Politische Themen: Familien- und Bildungspolitik, Transparenz der Verwaltung, Umwelt- und Tierschutz, Datenschutz, Informationelle Selbstbestimmung

Internet:
Homepage
Twitter 

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Im ersten Stock des Rathauses wird bald ein Platz frei: Nach 24 Jahren verlässt Ivo Gönner sein Amtszimmer. Der SPD-Politiker ist damit der dienstälteste Oberbürgermeister einer deutschen Großstadt. Zuletzt wurde er 2007 wiedergewählt. Gönner dürfte zwar auch in diesem Jahr wieder zur Wahl antreten. Allerdings wäre seine vierte Legislaturperiode schon nach der Hälfte vorbei: in vier Jahren wird Gönner 67 und darf ab dann nicht mehr im Amt sein. "Das Leben geht weiter – und das ist gut so", sagt Gönner. Er wolle wieder als Anwalt arbeiten, habe sogar schon seine Zulassung beantragt.

Ivo Gönners Zeit als Oberbürgermeister endet am 29. Februar 2016. Ob er seinen Chefsessel dem Nachfolger überlässt, verrät er nicht. 

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Ob wir nach einer Woche Politik und Pizza schlauer sind? Jein. Alle Kandidaten waren sehr bemüht, sich jugendlich zu geben und uns für sich zu gewinnen. Sie haben sich "coole" Interview-Locations ausgesucht und jugendliche Themen überlegt. Soweit also keine Unterschiede. 

Aber die Oberbürgermeister-Wahl ist eine Persönlichkeitswahl. Mehr als bei jeder anderen Wahl geht es hier weniger um große Themen, sondern um Sympathien. Wir konnten uns ein Bild von den Menschen hinter den Wahlplakaten machen - und hoffen, dass wir unsere Eindrücke an euch weitergeben konnten.



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Kapitel 1 Startseite

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Kapitel 3 Fragen und Antworten zur Wahl

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Kapitel 4 Die Kandidaten

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Kapitel 5 Schlusstext

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